Was ist Energie?

Lebewesen und Maschinen brauchen Energie, um Leistung erbringen zu können. Energie wird in der Physik in Joule oder Kalorien ausgedrückt. Eine Kalorie ist die Menge Arbeit, die notwendig ist, um die Temperatur von 1 Gramm Wasser um 1 Grad Celsius zu erhöhen.

Die größte heute bekannte Energiequelle ist die Sonne. Pflanzen speichern während ihres Wachstums eine kleine Menge der Sonnenenergie. Bei fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl und Erdgas vollzog sich dieser Prozess bereits vor Millionen von Jahren. Wenn wir heute das Gas anzünden, nutzen wir also eigentlich indirekt die Sonnenenergie, die vor Millionen von Jahren gespeichert worden war.

Der Verbrauch fossiler Brennstoffe muss weiter reduziert werden, und auch die Kreislaufwirtschaft – die Rückführung von Rohstoffen in den Produktionskreislauf – wird weiter vorangetrieben. Twence trägt durch Nutzung aller verfügbaren Quellen mit optimalem Wirkungsgrad hierzu bei.

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Müllheizkraftwerk

In den Abfällen, die wir verarbeiten, ist Sonnenenergie gespeichert: sowohl in dem Material, das aus fossilen Rohstoffen hergestellt wurde als auch in Material, das aus pflanzlichen Quellen stammt. Wenn wir diesen Abfall verbrennen, wird die darin gespeicherte Energie in Form von Wärme freigesetzt. Die Wände des Verbrennungsofens sind von einem Netz wassergefüllter Rohre durchzogen. Das Wasser in diesen Rohren wird so heiß, dass es in Dampf übergeht. Mit diesem Dampf treiben wir eine Turbine an, die mit einem großen Dynamo (dem Generator) verbunden ist, der seinerseits Elektrizität erzeugt. Diese Elektrizität speisen wir in das öffentliche Versorgungsnetz ein, wodurch sie Unternehmen und Haushalten zur Verfügung steht. Auf dieselbe Weise erzeugen auch kohle- und erdgasbefeuerte Kraftwerke Strom. Die Wärme des Dampfs können wir ebenfalls direkt für industrielle Anwendungen und zur Beheizung von Wohnhäusern nutzen.

Da Strom und Wärme zu jedem Zeitpunkt des Tages benötigt werden, ist das Müllheizkraftwerk 365 Tage im Jahr rund um die Uhr in Betrieb. Nur wenn Wartungsarbeiten notwendig sind, legen wir die drei Verbrennungslinien abwechselnd zu festgelegten Zeiten still.

Nähere Informationen über das Müllheizkraftwerk und die Rauchgasreinigung finden Sie hier.

R1 – nützliche Anwendung
Aufgrund der Lieferung von Wärme, Dampf und Strom wurde dem Müllheizkraftwerk von Twence von der Regierung der sog. R1-Status zuerkannt, der die Anlage als „Anlage zur Abfallverwertung“ klassifiziert. Das bedeutet, dass wir die in unseren Anlagen entstehende Prozesswärme sehr effizient in Energieträger umwandeln. Nur die besten europäischen Anlagen mit hohen Umwelt- und Energieleistungen kommen für den R1-Status in Betracht. Nähere Informationen über den R1-Status finden Sie hier.

54 % der Energie, die ein Müllheizkraftwerk produziert, werden als nachhaltig betrachtet, da der Restmüll immer noch einen Anteil biogenen Materials enthält.
Auf die niederländischen Müllheizkraftwerke entfallen 15 Prozent der gesamten in den Niederlanden erzeugten nachhaltigen Energie. Technologisch gesehen gehören die niederländischen Kraftwerke zu den modernsten Anlagen Europas. Der Anteil der nachhaltigen Energie am Gesamtenergieverbrauch liegt in den Niederlanden momentan bei etwa 4 Prozent.

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Biomassekraftwerk

Das Biomassekraftwerk funktioniert nach demselben Prinzip wie das Müllheizkraftwerk. Auch hier sind die Kesselwände von einem Netz wassergefüllter Röhren durchzogen, die die Verbrennungshitze in Dampf umwandeln. Hier wird allerdings Altholz als Brennstoff eingesetzt. Da das Holz kein Material enthält, das aus fossilen Rohstoffen besteht, gilt der so erzeugte Strom als 100 % grün.

In den kommenden Jahren werden wir unser Biomassekraftwerk umbauen, sodass wir daraus auch Wärme auskoppeln können. Damit verdreifachen wir den Energieertrag des Kraftwerks bei nahezu gleichbleibendem Brennstoffeinsatz. Und das 100 % grün und nachhaltig.

Nähere Informationen über das Projekt „BEC2.0“ (Biomassekraftwerk 2.0) finden Sie hier.

 

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Vergärung

Die Biotonne ist eigentlich bereits ein kleines Gaswerk. Der Biomüll, der darin gesammelt wird, fängt an zu verrotten. Dabei entsteht Gas. Dasselbe passiert in großem Maßstab in den Vergärungsanlagen von Twence. In den Biokonversionsanlagen wird Biomüll aus Gewerbebetrieben und Haushalten, aber auch Grünabfall von Gemeinden und Lebensmittel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum zu Biogas verarbeitet.

In großen geschlossenen Behältern sorgen lebende Organismen dafür, dass in den Abfällen das Biogas Methan entsteht. Dieses Biogas wandeln wir mithilfe von Gasmotoren in Strom und Wärme um, die wir an mehrere Tausend Haushalte liefern.

Das Restmaterial aus der Vergärungsanlage wird kompostiert. So wird das Material also gleich zweimal hintereinander nutzbringend verwertet.

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Deponien

Auch Abfall früherer Generationen lässt sich noch in Energie umwandeln. Die Zeit, in der sämtliche Abfälle einfach auf Deponien abgelagert wurden, liegt erst einige Jahrzehnte hinter uns. Diese Abfälle enthalten viel Material pflanzlicher oder tierischer Herkunft, also organische Abfälle. Bei der Zersetzung solcher Abfälle entsteht Gas. Dieses Gas fangen wir auf, um Strom und Wärme daraus zu erzeugen. Unsere gut unterhaltenen Deponiegasanlagen versorgen immer noch Hunderte von Haushalten in der Nähe der von uns bewirtschafteten Deponien 't Rikkerink (Ambt-Delden), Elhorst-Vloedbelt (Zenderen) und Boldershoek (Hengelo) mit Strom und Wärme aus Deponiegas.

Heute lagern wir nur noch Abfälle, die weder in irgendeiner Weise verwertbar noch brennbar sind, auf Deponien ab. Das ist in der Praxis nur ein kleiner Bruchteil des Materials, der an den Brückenwaagen von Twence angeliefert wird.

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