|
Was ist Ammoniak?
Ammoniak (NH3) ist eine chemische Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff. Ammoniak ist bei Zimmertemperatur ein Gas mit einem charakteristischen, beißenden und stechenden Geruch. Das Gas ist in sehr großen Mengen (bis zu 25 Masse-Prozent) in Wasser löslich. Diese basische Lösung ist als Ammoniaklösung bekannt. Das Gas ist leichter als Luft. Ammoniak reagiert heftig mit starken Oxidationsmitteln sowie Halogenen und greift Kupfer, Aluminium, Zink und deren Legierungen an.
Ammoniak ist ein bei der Verbrennung von Eiweißen entstehender Reststoff. Mehr als 90 Prozent der Ammoniakemission in den Niederlanden ist auf Viehdünger zurückzuführen. Es wird ebenfalls bei industriellen Prozessen und durch Haushaltsprodukte freigesetzt. Der Ausstoß von Ammoniak ist in den vergangenen Jahren gesunken, da der Viehbestand reduziert wurde und Ställe gebaut werden, aus denen weniger Ammoniak in die Außenluft gelangt (so genannte emissionsarme Ställe). Auch wird weniger Ammoniak freigesetzt, da Dünger in den Boden injiziert und nicht länger auf dem Land ausgefahren wird. Über die Luft gelangt das Ammoniak in den Boden oder in das Wasser (Deposition).
Verdünnte Ammoniaklösung wird als Reinigungsmittel verwendet, zum Beispiel zur Reinigung von Lackflächen, die überstrichen werden sollen. Die Ammoniaklösung hat nämlich eine hohe Fettlösekraft. Dabei ist eine gute Belüftung wichtig, denn Ammoniak ist giftig. Ammoniak wird auch als Kältemittel in (größeren) Kühlanlagen eingesetzt. Ammoniakgas ist ein wichtiges Halbfabrikat für die Produktion von Kunstdünger. Ammoniak wird auch von Tieren ausgeschieden und durch organische Düngemittel eingebracht. Es ist insbesondere dieses Ammoniak, das zu Umweltproblemen führt.
Die Versauerung des Bodens auf Grund von Ammoniak ist vor allem ein regionales Problem. Ungefähr 30% des Ammoniaks gelangen innerhalb eines Umkreises von fünf Kilometern von der Quelle in den Boden. Dennoch sorgen alle Quellen zusammen in den Niederlanden für eine stark erhöhte Ammoniak-Hintergrundkonzentration in der Luft. Diese sorgt dafür, dass in den gesamten Niederlanden ungefähr 50 Kilo reiner Stickstoff pro Hektar pro Jahr in den Boden gelangen. In der Nähe von Konzentrationen intensiver Viehhaltung kann dieser Wert noch viel höher sein. 50 Kilo reinen Stickstoffs pro Hektar entsprechen ungefähr dem gesamten Stickstoffbedarf einer regelmäßig gemähten Rasenfläche und sind um vieles höher als die natürliche Hintergrundkonzentration. Dies trägt dazu bei, dass die düngende Wirkung von Ammoniak auch weit entfernt von der Quelle zu merken ist, zum Beispiel in den Dünen und Wäldern entlang der Küste.
Auswirkungen auf Gesundheit und Natur
Der Stoff kann im menschlichen Körper durch Einatmen aufgenommen werden. Eine schädliche Konzentration dieses Gases in der Luft wird bei seinem Freisetzen schnell erreicht. Der Stoff bewirkt eine unmittelbare Reizung der Augen, der Haut sowie der Luftwege. Ein Einatmen hoher Konzentrationen kann ein Lungenödem verursachen.
Natur
Ein Zuviel von Ammoniak schadet der Umwelt auf zweierlei Weise. Im Boden wird Ammoniak in Salpetersäure umgesetzt. Diese Versauerung ist schädlich für Wald- und Naturgebiete. Mehr als die Hälfte der Versauerung ist in den Niederlanden auf den Ausstoß von Ammoniak zurückzuführen. Zudem kann Ammoniak auch ein Übermaß an Nährstoffen verursachen, wodurch beispielsweise das Algenwachstum im Wasser explosiv zunimmt (Überdüngung oder Eutrophierung, die wiederum zu Hypoxie, einem Sauerstoffmangel in den Geweben, führen kann). Der heutige Überschuss an Ammoniak in der Umwelt stammt zu 90 Prozent aus der Landwirtschaft.
|