CO2-Abscheidung

Einsatz als Grundstoff

Sehr innovativ ist die CO2-Gewinnung aus der Rauchgasreinigungsanlage unseres Müllheizkraftwerks. Dieses CO2 verwenden wir für die Produktion von Natriumbicarbonat, das wir für die Reinigung der Rauchgase in derselben Anlage benötigen. Ein kleiner Kreislauf mit großem Nutzen für die Umwelt!

In den vergangenen Jahren haben wir in Zusammenarbeit mit u. a. einem Spin-off-Betrieb der Universität Twente eine Anlage entwickelt, mit der sich aus der trockenen Rauchgasreinigung einer der Verarbeitungsstraßen Kohlenstoffdioxid (CO2) abscheiden und als Grundstoff für die Herstellung von Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) nutzen lässt. Diese Substanz, auch als Backpulver bekannt, wird zur Reinigung der Rauchgase in der Müllverbrennungsanlage eingesetzt.

Die vollständig integrierte Anlage erzeugt jährlich rund 8.000 Tonnen Natriumbicarbonat. Dadurch kann der CO2-Ausstoß um jährlich 2000 bis 3000 Tonnen reduziert werden. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern ist auch betriebswirtschaftlich interessant. Angesichts seines nachhaltigen und innovativen Charakters wird das Projekt von der Provinz, dem Staat und der Europäischen Union mit fast 1,3 Millionen Euro unterstützt. Nähere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf der Projektwebsite co2sbc.

Der CO2-Ausstoß ist ein entscheidender Faktor für die Erderwärmung, die weitreichende Folgen für unser Lebensumfeld hat. Darum ist es wichtig, Möglichkeiten zur Abscheidung und nutzbringenden Verwertung von CO2 zu finden.

Für Kohlendioxid (CO2) gibt es viele innovative und nützliche Anwendungen. Mit einer Rückgewinnung in großem Maßstab wollen wir neue Schritte auf dem Weg zur Wiederverwertung unternehmen. Dadurch verhindern wir einerseits, dass diese anorganische Verbindung in die Atmosphäre gelangt, während wir sie andererseits dort verfügbar machen, wo sie gebraucht wird.

Die erfolgreiche Rückgewinnung von CO2 steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Das Wissen, das wir mit diesem Prozess bereits gesammelt haben, geben wir unter anderem auf Kongressen weiter. In ganz Europa besteht großes Interesse an den Erfahrungen von Twence.

Mehr zum Projekt CO2-Abscheidung lesen Sie hier.

weiterlesen

Green Deal Bodenasche

Bodenasche ist der wichtigste feste Grundstoff, der im Müllheizkraftwerk von Twence anfällt. Es handelt sich um rund 150.000 Tonnen pro Jahr. Von jeweils 100 kg Abfall, die zur Energieerzeugung verwendet werden, bleiben etwa 25 kg Bodenasche übrig. Diese Asche besteht aus sandigem und steinigem Material, Glas, Metallen und Ascheresten verbrannter Produkte. Twence hat in den Jahren 2013 und 2014 eine moderne Bodenascheaufbereitungsanlage errichtet, in der wir noch mehr Wertstoffe aus den Bodenaschen zurückgewinnen können.

Bodenasche eignet sich ausgezeichnet als Baustoff, beispielsweise als Gründungsmaterial für Straßen und Deichkörper. Es handelt sich nicht um gefährliche Abfälle, da die schädlichsten Stoffe schon bei der thermischen Verarbeitung mit den Rauchgasen abgeleitet und in der Rauchgasreinigungsanlage abgeschieden wurden. Dennoch muss die Verwendung von Bodenasche als Baustoff momentan noch unter geschützten Bedingungen erfolgen, da durch Ausschwemmung der noch in der Bodenasche enthaltenen Metalle und Salze eine Bodenverunreinigung auftreten kann. Da dies langfristig unerwünscht ist, hat die Regierung mit den niederländischen Müllheizkraftwerken Vereinbarungen getroffen (Green Deal Bodenasche, 2012), die eine uneingeschränkte Verwendbarkeit der Bodenaschen ermöglichen sollen. Um die höheren Qualitätsanforderungen zu erfüllen, muss die Bodenasche gereinigt werden. Das bedeutet, dass Salze und Metalle, die ausgewaschen werden könnten, daraus entfernt werden müssen. Das Material kann dann als Ersatz für Sand oder Kies in ungebundener Form verwendet werden oder muss derart aufbereitet werden, dass es als „geformter Baustoff“ beispielsweise in der Beton- und Zementindustrie zum Einsatz kommen kann.

Bei Twence befasst sich eine Projektgruppe mit diesem Verfahren. Um die Bodenasche zu einem uneingeschränkt anwendbaren Baustoff aufzubereiten, haben sich die meisten Müllheizkraftwerke für einen intensiven Waschprozess der Bodenaschen entschieden. Twence hat jedoch die gesamte Produktionskette untersucht und will zunächst, bevor an der Output-Seite Qualitätsverbesserungsmaßnahmen durchgeführt werden, zunächst an der Input-Seite für Verbesserungen sorgen. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass Bodenaschen sauberer bleiben, wenn sie trockener der Bodenascheaufbereitungsanlage zugeführt werden, da die Abscheidung von Metallen dann besser verläuft.

Dies führte bei Twence zur Entwicklung eines eigenen, „halbtrockenen“ Systems, das in einer der Verbrennungslinien des Müllheizkraftwerks getestet wurde. Unter anderem dank dieser Anpassung kann Twence fast 85 % der über 2 mm großen Metallpartikel zurückgewinnen, womit wir auf diesem Gebiet zur Weltspitze gehören. Darüber hinaus wird so die Oxidation der Metalle beschränkt, was ebenfalls die Rückgewinnung eines höheren Metallanteils begünstigt.

Der Umbau der beiden anderen Linien ist für 2017 geplant. Andere Müllheizkraftwerke haben bereits großes Interesse an unserem einzigartigen Konzept bekundet.

weiterlesen

Erhaltung von Nährstoffen

Twence beteiligt sich auch aktiv an der nationalen Nährstoff-Plattform (Nutriëntenplatform), einem Verband von Akteuren, die sich für die Erhaltung wertvoller mineralischer Rohstoffe unter anderem aus Dung einsetzen.

Um einen Beitrag zur Entwicklung von Biochemikalien zu leisten, haben wir uns dem Entwicklungsprojekt Waste2Aromatics unter der Leitung des niederländischen Forschungsinstituts TNO angeschlossen.